
Geschichte der Kapellknaben
August der Starke brauchte starke Stimmen
Kurfürst Friedrich August I. konvertierte 1697 zum katholischen Glauben, um König von Polen werden zu können. Mit der Gestaltung der Gottesdienste ließ er sich jedoch Zeit, erst 1708 wurde im ehemaligen Klengelschen Opernhaus die erste Hofkirche geweiht. Ein Jahr später zogen die ersten neun Kapellknaben nach Dresden. Jesuitenpater Elias Broggio brachte sie aus Böhmen mit, da es in Sachsen keine katholischen Sängerknaben gab.
1709 gilt daher als Geburtsjahr von Kapellknaben und Benno-Gymnasium, schließlich mussten die Jungen auch unterrichtet werden. Im Laufe der Jahrhunderte sangen die Kapellknaben unter bedeutenden Dresdner Kapellmeistern wie Jan Dismas Zelenka, Johann Adolph Hasse, Carl Maria von Weber und Richard Wagner. Auch nach dem Ende der Monarchie wurde die Tradition fortgeführt, die Kapellknaben sind seitdem nicht mehr Chor des sächsischen Hofes, sondern des Bistums Dresden-Meißen.