Hochwasser 2002

Die Zerstörung und Sanierung unserer Sporthalle

Dresden, den 2. Dezember 2002

In den ersten Tagen des Hochwassers war unsere Schule nicht gefährdet, da sie etwa 300 m von der Elbe entfernt liegt. Mit dem Höhepunkt des Elbpegels am frühen Morgen am Samstag, den 17. August 2002, stieg natürlich auch das Grundwasser in rasantem Tempo sehr hoch an.

Kleinere Wassereinbrüche im Laufe der Nacht im Umkleidebereich der Turnhalle konnten wir - obwohl sie stärker wurden im Laufe der Zeit - noch beherrschen. Das Hochwasser der Elbe blieb etwa 20 m vor der Schule stehen. Der Turnhallenboden und die Kellerräume mit der Technik liegen etwa 3 m tief. In der Turnhalle stand kein Wasser, aber gegen 9.00 Uhr morgens bemerkten wir die Wölbung des Turnhallenbodens, die immer stärker wurde. In den nächsten Stunden wurde der Boden mit Sandsäcken belastet, um dem steigenden Grundwasser Druck entgegenzusetzen. Dies war eine tolle gemeinschaftliche Aktion. Nach nur wenigen Rundrufen waren innerhalb einer halben Stunde 100 bis 200 Helfer da, die Sandsäcke schleppten und letzte Räumungen vornahmen. Die Fachleute trafen ein und berieten. Die Helferzahl wurde größer. Insgesamt haben sicher 500 Leute, Eltern, Lehrer, Schüler, Altschüler, Freunde, Nachbarn, Passanten bis weit über Mitternacht hinaus die Turnhalle innen und außen mit 350 Tonnen Sandsäcken gefüllt. Unbekannte Geister haben sich um die Verpflegung gekümmert. Diese Aktion war sehr beeindruckend und wird für unsere Schulgemeinde eine bleibende Erfahrung werden. Nach einem pfiffigen Vorschlag von P. Haas SJ wurden dann die Quickdämme von außen in die Turnhalle verlegt, so dass der Boden mit weiteren 350 Tonnen Wasser beschwert wurde. Im Laufe der Nacht ließ man auch das eindringende Grundwasser stehen; damit war dann auch genügend Gegendruck erzeugt. Durch diese Aktion konnten wir die Statik der Halle effektiv sichern, was von den hinzugezogenen Statikern bestätigt wurde. Damit nahm natürlich auch das mit der Halle verbundene Schulgebäude keinen Schaden.
Also: das Gebäude ist gerettet, aber der Turnhallenboden muss völlig erneuert werden. Die Bodenplatte hat sich etwas gewölbt und ging bisher noch nicht vollständig zurück; sie muss also jetzt abgesenkt werden. Vorgestern sind die Firmen angerückt, die das bewerkstelligen sollen. Bisher konnte noch nichts geschehen, da erst alles getrocknet werden musste, und das hat so lange gedauert. Die Schäden, die in den Umkleiden oder im Keller bzw. in der Technik entstanden sind, können danach angegangen werden.

Wir haben also für mehrere Monate keine Halle mehr; dies beeinträchtigt nicht nur den Sportunterricht und die Arbeitsgemeinschaften sondern das gesamte Schulleben, da die Halle harmonisch ins Schulhaus integriert ist. In ihr finden ebenso unsere großen Konzerte und Theateraufführungen statt wie auch Schulgottesdienste und Schulfeiern.

Die Bauabteilung des Ordinariates schätzt den bei uns entstandenen Schaden auf etwa 750.000 Euro ein. Für unser kleines Bistum ist dies schon ein großer Brocken.
Von den eingegangen Spenden konnte ich bisher schon über 140.000 Euro an hochwassergeschädigte Familien unserer Schulgemeinde und darüber hinaus ausgeben, und ich werde dies mit den schon vorhandenen Spenden auch weiterhin tun können. Spenden, die jetzt noch eingehen, werden für den Wiederaufbau der Turnhalle eingesetzt, da in dem Bereich, den ich übersehen kann, für Familien keine Spenden mehr benötigt werden.
Für mich, für uns alle ist die Solidarität, die wir jetzt schon durch viele Schulen (insb. katholische), von Firmen und von vielen einzelnen Spendern erfahren haben, eine große Ermutigung.

Mit freundlichen Grüßen
P. Frido Pflüger SJ
Ehemaliger Schulleiter 

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