Bewerbung Deutscher Schulpreis

Zwischen dem vielen Papier, das jeden Tag unsere Schule erreicht, traf Ende Januar 2006 auch die Ausschreibung eines Wettbewerbes bei uns ein: Der Deutsche Schulpreis 2006. Dieser Preis wurde in diesem Jahr erstmals von der renommierten Robert-Bosch- und der Heidehof-Stiftung in Kooperation mit der Zeitschrift "Stern" und dem ZDF ausgelobt.

Zunächst wurde der Angelegenheit nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt und sie blieb deshalb liegen. Erst kurz vor Toresschluss diskutierten wir jedoch nochmals darüber, ob es Sinn machen würde, eine Bewerbung abzusenden. Dazu ermutigt wurden wir durch den Hinweis, dass sich in diesem Jahr wegen der zeitlich eng gesetzten Bewerbungsfrist aller Voraussicht nach nicht so viele Schulen bewerben werden und dass wir Stärken aufweisen, die Modellcharakter für andere Schulen haben können. Deshalb entschloss sich die Schulleitung zusammen mit dem Schulentwicklungsteam, eine Bewerbung zu verfassen und abzusenden. Prof. Wolfgang Markus machte uns Mut, unterstützte uns als Pate bei der Bewerbung und verfasste ein pädagogisches Gutachten.

Wir dokumentieren hier den Bewerbungstext. Diejenigen, die unsere Schule noch nicht kennen, können sich auf diesem Wege über das St. Benno-Gymnasium umfassend informieren. Für alle diejenigen, die an unserem Schulleben teilnehmen, ist er eine gute Diskussionsgrundlage. Es wird und darf selbstverständlich unterschiedliche Meinungen geben, ob die Bewerbung gelungen ist und unsere Schule gut - oder zu gut? - darstellt. Zum besseren Verständnis muss man wissen, dass wegen der Vergleichbarkeit mit den anderen Bewerbungen die Gliederung und der Umfang vorgegeben waren, also nicht sehr viel Spielraum geboten war. Der Charakter einer Bewerbung bringt natürlich auch mit sich, dass man das hervorhebt, was unsere Schule besonders empfiehlt. Wir haben zwar nicht verschwiegen, wo wir Fragen und Aufgaben sehen, legten aber den Akzent deutlich auf das Erreichte und Gelungene, auf das wir stolz sind und sicher auch sein dürfen.

Nach Ablauf der Bewerbungsfrist wurde bekannt, dass sich 481(!) Schulen um den Preis bemüht haben. Wenn wir mit diesem großen Ansturm gerechnet hätten, hätten vermutlich die Zweifel überwogen, ob eine Bewerbung sinnvoll ist. So konnte man realistisch nicht damit rechnen, dass wir in die Endrunde der letzten 18 Schulen kommen würden. Mittlerweile wurde uns von der Bosch-Stiftung bestätigt, dass wir zwar tatsächlich in die engere Auswahl kamen, aber nicht zu den 18 nominierten Schulen gehören. Wörtlich wurde uns mitgeteilt: "Ihre Schule kam zwar in die engere Wahl, schaffte es aber nicht in die Endrunde." Wir wissen jetzt auch, dass wir in Konkurrenz zu namhaften Modellschulen im ganzen Bundesgebiet standen und lediglich zwei Gymnasien die Endrunde erreicht haben. So ist dieses Ergebnis der "engeren Auswahl" für uns durchaus erfreulich, zumal uns ausdrücklich bestätigt wurde, dass wir "die großen Herausforderungen, vor denen die Schulen in Deutschland stehen, erfolgreich angehen" und wir wurden ermutigt, uns "im Zuge der kommenden Ausschreibung erneut" zu bewerben.

Manche werden nun vielleicht fragen, worin der Nutzen dieses enormen Bewerbungsaufwandes mit der damit verbundenen hohen, intensiven Arbeitsbelastung liegt. Für uns ist entscheidend, dass wir nun eine Bestandsaufnahme, sozusagen den IST-Stand unserer pädagogischen Arbeit vorliegen haben, der die Grundlage für die konsequente Fort- und Weiterentwicklung dieser sein kann und sein muss. Darauf lag auch von Anfang an unser Hauptaugenmerk: Diese Bewerbung hat uns zu einer kritischen Selbstreflexion gezwungen, uns die Schwächen und den Veränderungsbedarf an unserer Schule aufgedeckt, aber uns auch den Blick für unsere Stärken und die substantielle Qualität unserer Schule geschärft. Wir können jetzt unsere Kraft gemeinsam in diese Weiterentwicklung investieren.

(Jürgen Leide, Pädagogischer Leiter, sowie das Schulentwicklungsteam)

Leistung

Das Beste geben

„Ich bin nicht auf der Welt, um der Beste zu sein, sondern um mein Bestes zu geben.”

(Theo Schoenaker)

Wie an allen sächsischen Gymnasien lernen auch am St. Benno-Gymnasium Schülerinnen und Schüler, die zunächst aufgrund der Vergabe der Bildungsempfehlung für das Gymnasium (Notendurchschnitt in Mathematik, Deutsch und Sachunterricht nicht schlechter als 2,0) nach Leistungsvermögen und Leistungsbereitschaft ausgewählt sind. Wir finden dennoch ein sehr breites Spektrum an Begabungen und Eignungen vor und leiten daraus die Verpflichtung der Schule ab, dem Einzelnen gerecht zu werden. Uns sind Leistungsbreite und Leistungsspitze gleichermaßen wichtig. Außerdem legen wir großen Wert auf die soziale Komponente.

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Umgang mit Vielfalt

„Werde, der du bist”

(Pindar)

Neben der für ein Gymnasium selbstverständlichen Leistungsorientierung steht an unserer Schule der Schüler als Person in besonderer Weise im Mittelpunkt. Deshalb ist es uns wichtig, die individuellen Stärken und Schwächen der Schüler wahrzunehmen, angemessen darauf zu reagieren und die jungen Menschen in ihrer Selbstwahrnehmung zu schulen.

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„Gib einem Hungrigen einen Fisch und du machst ihn für einen Tag satt, lehre ihn fischen und du machst ihn für immer satt”

Die Qualität des Lernens erstreckt sich gleichermaßen auf unterrichtliche und außerunterrichtliche Bereiche. Unter diesem Aspekt akzeptieren wir notwendigerweise vergleichsweise große Lerngruppen, um die dadurch frei werdenden Personalressourcen außerhalb des Unterrichtes für die Schüler individuell nutzbar zu machen (s. u.).

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Verantwortung

Das Ich wird Ich erst am Du

Ein wichtiges Leitmotiv in der Arbeit unserer Schule ist das Miteinander und Füreinander zwischen allen Partnern – Lehrer, Schüler und Eltern. Verantwortung für sich selbst und für andere zu übernehmen steht dabei im Mittelpunkt.

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Schulklima

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung”

(Martin Buber)

Zu den hervorstechenden Merkmalen einer guten Schule gehören auch Beziehung und Atmosphäre. Viele Eltern, Schüler und Außenstehende nennen in erster Linie ein angenehmes Schulklima und reges Schulleben als besonders positive Faktoren, die unsere Schule prägen.

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Schule als lernende Institution

„Erziehung ist Liebe und Vorbild und sonst nichts”

(Pestalozzi)

Im Jahr 1991 wurde das St. Benno-Gymnasium als erstes Gymnasium Sachsens gegründet; als freie Schule wollte die Schulgemeinde die Entwicklung des Gymnasiums selbst gestalten. In den vergangenen Jahren war für alle Lehrer, aber auch Eltern und Schüler selbstverständlich, dass man "auf dem Weg" ist und selbst lernen muss. Inzwischen gibt es eine festeOrganisationsstruktur, die diesen Lernprozess fördert und immer wieder neue Ideen als Antwort auf sich wandelnde Bedingungen entstehen lässt.

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